In der „Fanfare“ – unserer Vereinszeitung – haben wir schon einmal berichtet, wie der Advent üblicherweise bei der Blasmusik ausschaut:

Advent – die stillste Zeit im Jahr. Nicht jedoch für die Mitglieder eines Musikvereines. Da ist auch die Blasmusik Königstetten keine Ausnahme: Es gibt zahlreiche Adventmärkte, Firmen- und Vereinsfeiern und weitere Anlässe die musikalisch umrahmt werden wollen. Besonders gefragt sind hier kleinere Besetzungen, denn der Auftritt eines ganzen Blasorchesters würde den Rahmen der meisten Veranstaltungen wohl sprengen. So treten an manchen Tagen gleich mehrere Ensembles an unterschiedlichen Orten auf, manche auch mehrmals an einem Tag. Etwa zehn bis fünfzehn Auftritte werden von den unterschiedlichen Gruppierungen in der Advent- und Weihnachtszeit bestritten, wer also gar in mehreren Besetzungen mitspielt, hat einiges zu tun.

Der Höhepunkt was die Termindichte anbelangt ist jedoch der Heilige Abend. Seit vielen Jahren eröffnen die Musikerinnen und Musiker der Jugendkapelle (früher als Schülermusik) am Nachmittag den musikalischen Reigen mit einem Auftritt im Königstetter Eisenbad, wo die durchwegs älteren Bewohnerinnen und Bewohner mit einigen Weihnachtsliedern erfreut werden. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit sorgt eine Bläsergruppe bei der Kapelle in Wipfing für weihnachtliche Stimmung. Vor Beginn der Christmette um 22:00 Uhr spielt schließlich die gesamte Blasmusik Weihnachtslieder in der Königstetter Pfarrkirche. Früher war der Terminkalender sogar noch dichter gedrängt: Die Christmette fand in Königstetten, wie es vielerorts noch immer üblich ist, bis vor einigen Jahren um Mitternacht statt. Die Zeit wurde natürlich musikalisch genutzt und so gab es zusätzlich noch einen Auftritt eines Quartetts am Scheiblingstein um   22:00 Uhr. Da die beteiligten Musiker üblicherweise bei allen drei Ausrückungen des Tages die selben waren, war Hintergründe: Advent Weihnachten mit der Blasmusik Königstetten 1962 … und 1994 also keine Rede von einer „Stillen Nacht“. Mit der Verlegung der Königstetter Christmette auf 22:00 Uhr wurde dieser Termin aufgegeben.

Zwei Tage später wird eine langjährige Tradition auch heute noch gepflegt: Am 26.12. – dem als „Stefanitag“ bekannten Gedenktag des heiligen Stephanus – gestaltet die Blasmusik Königstetten traditionell die Messe in der Pfarrkirche Königstetten. Im Anschluss daran dürfen wir uns bei der Neujahrseinladung des Bürgermeisters mit einer kräftigen Gulaschsuppe stärken und wieder aufwärmen.

Die folgenden Tage sind dann vom traditionellen Neujahrspielen geprägt. Kaum haben sich alle davon erholt, steht schon der nächste Termin auf dem Programm. Zum Fest der Erscheinung des Herrn – besser bekannt als Dreikönigstag – wird seit den 70er Jahren die für den Stefanitag einstudierte Messe nochmals in Freundorf aufgeführt. Im Anschluss daran wird mit dem Neujahrslied auch der Freundorfer Bevölkerung ein „Prosit Neujahr“ gewünscht.

Da es am 6. Jänner meistens sehr kalt ist, wird die anschließende – ebenfalls schon traditionelle – wärmende Stärkung im Hause Mahl stets gerne angenommen. Erst danach, wenn die Weihnachtszeit bereits zu Ende ist, folgt für uns die „stillste Zeit im Jahr“. Nach dem Dreikönigstag ist die nächste Ausrückung meistens erst im Fasching oder überhaupt erst am Palmsonntag. Die ausrückungsfreie Zeit bleibt jedoch nicht ungenutzt: Neben allfälligen Instrumentenreparaturen werden der Frühjahrsputz im Musikerheim und die Generalversammlung abgehalten.